Die Möglichkeiten der Anwendung plasmabeschichteter Funktionsbauteile und
Werkzeuge in der Industrie sind bei weitem noch nicht vollständig erschlossen.
Bei vielen potentiellen Anwendern im Maschinen-, Anlagen- und Apparatebau ist das breite
Spektrum von Anwendungsfeldern und Einsatzgebieten sowie die Vorteile der vielseitigen
Oberflächeneigenschaften von beschichteten Funktionsbauteilen wie Verschleiß-,
Korrosions-, und Temperaturbeständigkeit, geringer Reibung, hoher Härte, Festigkeit und
Zähigkeit nicht hinreichend bekannt oder mit Vorurteilen verknüpft. Oft wurden
plasmabeschichtete Bauteile negativ getestet oder versagten im Einsatz frühzeitig.
Gründe hierfür lagen in vielen Fällen jedoch nicht bei den Bauteilen selbst, sondern in
der falschen Handhabung bzw. der Verwendung von beschichteten Bauteilen im falschen
Einsatzgebiet.
Gemeinsam mit der David-Roentgen-Schule
in Neuwied und dem Forschungsinstitut für Glas
und Keramik (FGK) in Höhr-Grenzhausen wurde im Rahmen eines Pilotprojektes das
Konzept entwickelt, Berufsschüler des 2. Ausbildungsjahres der metallverarbeitenden
Berufe sowie Techniker und Meister mit dem Werkstoff Keramik und
Plasma-Beschichtungs-Technologien vertraut zu machen.
Bisher wurden Berufsschüler folgender Unternehmen in Gruppen zu 6 Personen jeweils eine
Woche lang mit den wichtigsten Grundlagen der Plasmabeschichtung und
Dünnschichttechnologie vertraut gemacht:
Ausbildungsschwerpunkte im TZO liegen in der Herstellung von
verschleißfesten Dünnschichtsystemen auf Schneid- und Umformwerkzeugen mittels
modernster Plasmatechnologie. Den Berufsschülern wird der gesamte Zyklus einer
Lohnbeschichtung (Eingangskontrolle, Ultraschallreinigung, Oberflächenaktivierung,
Chargierung, Plasmareinigung, Plasmabeschichtung, Qualitätskontrolle) in Theorie und
Praxis vermittelt, ergänzt durch Informationen über Eigenschaften unterschiedlicher
Schichtsysteme und möglicher Einsatzgebiete in der metallverarbeitenden Industrie. Die
Praktikumswochen enden mit schriftlichen Prüfungen.
Mit den bisher durchgeführten Maßnahmen ist es bereits gelungen, neue Technologien in
sehr kurzer Zeit bei den zukünftigen Anwendern transparent zu vermitteln und so auch zur
Verbreitung der Technologien beizutragen.
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